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Malaysia: Freihandel eröffnet Chancen und stärkt die Nachhaltigkeit

20.10.2026

Auf einen Blick

  • Die Wirtschaftsmission nach Malaysia zeigt das grosse Potenzial des Landes für Schweizer Unternehmen, insbesondere auch für die Schweizer Medtech-Branche.
  • Das Freihandelsabkommen verbessert den Marktzugang, baut Zölle ab und schafft verlässliche Regeln für Handel und Investitionen.
  • Das Abkommen schafft Dialogkanäle, die über den heutigen Status quo hinausgehen. Beim Palmöl gelten begrenzte Zollsenkungen, klare Nachhaltigkeitsauflagen und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit.

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Vom 19. bis 20. Oktober ist Staatssekretärin Helene Budliger Artieda mit einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation unter der Leitung von economiesuisse nach Malaysia gereist. Im Zentrum standen die Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen und das 2025 unterzeichnete Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und Malaysia. Dieses eröffnet neue wirtschaftliche Chancen und verbindet sie mit klaren Nachhaltigkeitsanforderungen.

Malaysia bietet Schweizer Unternehmen grosses Potenzial

Mit rund 36 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist Malaysia die sechstgrösste Volkswirtschaft Südostasiens. Das stark industrialisierte Land ist eng in globale Wertschöpfungsketten eingebunden, dürfte 2026 um rund 4.7 Prozent wachsen und strebt bis 2030 den Status einer Volkswirtschaft mit hohem Einkommen an. Besonders in der Medtech-Branche, Elektronik, der Pharma- und Gesundheitswirtschaft, bei sauberen Technologien, in der Luftfahrt und bei hochwertigen Dienstleistungen eröffnen sich Chancen für Schweizer Unternehmen.

Die wirtschaftlichen Beziehungen sind bereits eng: Innerhalb der ASEAN ist Malaysia der viertwichtigste Handelspartner der Schweiz und nach Singapur die zweitwichtigste Destination für Schweizer Direktinvestitionen. Gleichzeitig bietet das Land Zugang zu einem grösseren regionalen Markt.

Freihandelsabkommen stärkt die Wettbewerbsfähigkeit

Das im Juni 2025 unterzeichnete Freihandelsabkommen verbessert die Voraussetzungen für Schweizer Unternehmen deutlich. Für 99.9 Prozent der heutigen Exporte fallen die Zölle sofort oder nach Übergangsfristen weg. Davon profitieren insbesondere die Maschinen-, Chemie-, Pharma-, Uhren-, Elektronik- und Präzisionsindustrie. Zugleich werden Wettbewerbsnachteile gegenüber Ländern mit bestehendem Präferenzzugang abgebaut.

Der Nutzen reicht jedoch über den Zollabbau hinaus. Das Abkommen enthält klare Regeln zu Arbeitsrechten sowie zum Schutz von Klima, Wäldern und Biodiversität. So verbindet es neue wirtschaftliche Chancen mit verantwortungsvollem Handeln.

Palmöl: begrenzte Zollsenkungen, klare Auflagen, mehr Dialog

Das Schweizer Parlament hat das Abkommen diesen Sommer genehmigt. Ein Bündnis aus NGOs, SP und Grünen hat jedoch das Referendum ergriffen. Im Zentrum der Kritik stehen die Zollvergünstigungen für Palmöl und negative Folgen für Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte.

Die Kritik ist unbegründet. Das Abkommen berücksichtigt diese Bedenken. Die Zollsenkungen für Palmöl sind begrenzt und an klare Bedingungen geknüpft. Zollvergünstigungen gelten nur innerhalb festgelegter Kontingente und nur dann, wenn nachhaltige Produktion und Rückverfolgbarkeit nachgewiesen werden. Zudem verpflichten sich die Vertragsparteien zum Schutz von Klima, Wäldern und Biodiversität sowie zur Einhaltung von Arbeitsrechten.

Palmöl ist das wichtigste Exportprodukt des Landes und ein zentraler Pfeiler seiner Wirtschaft. Gleichzeitig hat das Land in den vergangenen Jahren Fortschritte bei der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit erzielt. Die Regierung hat sich verpflichtet, die Anbaufläche nicht weiter auszudehnen und Produktivitätssteigerungen, statt zusätzlicher Rodungen ins Zentrum zu stellen.

Bemerkenswert ist zudem, dass das Abkommen in Malaysia auf breite Unterstützung stösst, auch bei Teilen der Zivilgesellschaft. Es schafft einen institutionellen Rahmen für den Dialog über Umwelt-, Sozial- und Nachhaltigkeitsfragen. Ohne sein Inkrafttreten bliebe diese Möglichkeit weitgehend ungenutzt. Der Status quo ist daher keine überzeugende Alternative.

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