Lächelnde Frau in hellem Büro, Bücherregal im Hintergrund

« Bei der Debatte um die Bilateralen III dürfen wir das grosse Ganze nicht aus den Augen verlieren. »

Monica Rubiolo

Bilaterale III: Den Blick auf das grosse Ganze nicht verlieren

25.09.2026

Auf einen Blick

  • Wer bei den Bilateralen III nur über Details diskutiert, verliert das grosse Ganze aus den Augen.
  • Die Bilateralen III sichern den bewährten Erfolgsweg der Schweiz und schaffen Stabilität in einer zunehmend unsicheren Welt.
  • Die Erschliessung neuer Märkte und die Sicherung des bilateralen Wegs sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich.

Nächste Woche beginnt im Ständerat die Debatte über den Stabilisierungsteil der Bilateralen III. Bereits im Vorfeld wurde intensiv über einzelne Bestimmungen und Detailfragen gestritten. Diese Detailfragen verdienen eine sorgfältige Diskussion. Doch wer nur über einzelne Bestimmungen streitet, verliert das Wesentliche aus den Augen: Es geht um die grundlegende Frage, ob die Schweiz ihren erfolgreichen bilateralen Weg sichert oder ob sie bewusst neue Unsicherheit gegenüber ihrer wichtigsten Handelspartnerin in Kauf nimmt. Mit den Bilateralen III führen wir einen bewährten Erfolgsweg fort. Dieses Ziel muss die politische Debatte leiten.

Stabilität ist zum Standortfaktor geworden

Ein Blick auf die aktuelle Weltlage zeigt, worum es bei den Bilateralen III im Kern geht: Stabilität. In einer zunehmend unsicheren Welt prägen geopolitische Spannungen, Handelskonflikte, Zölle und protektionistische Massnahmen das internationale Umfeld. Verlässliche Rahmenbedingungen werden damit zu einem immer wichtigeren Standortfaktor.

Genau darin liegt der strategische Wert der Bilateralen III. Sie sichern Rechtssicherheit, schaffen Planungssicherheit und erhalten den geregelten Zugang zum EU-Binnenmarkt mit rund 450 Millionen Konsumentinnen und Konsumenten. Gerade weil die Welt unberechenbarer wird, kann sich die Schweiz keine Unsicherheit im Verhältnis zu ihrem wichtigsten Wirtschaftspartner leisten.

Das eine tun, ohne das andere zu lassen

Das gilt umso mehr, als die wirtschaftliche Bedeutung Europas für die Schweiz oft unterschätzt wird. Die Schweiz ist wirtschaftlich mit Europa verflochten wie kaum ein anderes Land. Wer suggeriert, diese Realität lasse sich durch neue Abkommen auf anderen Kontinenten umgehen, verkennt die Struktur unserer Wirtschaft.

Natürlich muss die Schweiz auch neue Märkte ausserhalb Europas konsequent erschliessen. Doch daraus einen Gegensatz zu Europa zu konstruieren, wäre ein strategischer Fehler. Die Frage lautet nicht Entweder-oder. Die Schweiz braucht beides. Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten, den USA oder Asien schaffen neue Chancen. Sie können Europa aber nicht ersetzen. Kein anderes Abkommen kompensiert den Verlust eines geregelten Zugangs zum EU-Binnenmarkt. Die Zahlen zeigen dies eindrücklich: Baden-Württemberg und Bayern sind für die Schweiz zusammen fast so bedeutend wie China. Der Handel mit den französischen Grenzregionen übertrifft jenen mit Japan, jener mit den italienischen Grenzregionen ist grösser als mit Indien.

Die Schweiz hat ihren Wohlstand nie durch Abschottung gesichert, sondern durch Offenheit, Verlässlichkeit und kluge internationale Vernetzung. Die Bilateralen III führen diesen Erfolgsweg fort. Genau deshalb sind sie so wichtig.

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