Mann in blauer Arbeitskleidung prüft einen Lastwagen mit langem Werkzeug.
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Neue Umfrage: Rückenwind für die Bilateralen

15.06.2026

Auf einen Blick

  • Eine aktuelle repräsentative Umfrage zeigt: Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung steht hinter den bilateralen Verträgen.
  • 59 Prozent der Befragten unterstützen eine Stabilisierung und Weiterentwicklung mit den Bilateralen III.
  • Hinsichtlich der Zuwanderung braucht es eine striktere Umsetzung des Asylrechts und eine bessere Nutzung des inländischen Arbeitskräftepotenzials.

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Die Schweizer Stimmbevölkerung hat am gestrigen Abstimmungssonntag die 10-Millionen-Initiative klar abgelehnt. Damit fällt ein zentraler Unsicherheitsfaktor in der Europapolitik weg. Der Weg für die Bilateralen III ist nun frei.

Eine aktuelle repräsentative Umfrage unter der Stimmbevölkerung (5. Juni – 12. Juni durchgeführt) zeigt: Das gestrige Abstimmungsresultat ist kein Zufall, sondern kann auch mit der breiten Unterstützung des bilateralen Wegs erklärt werden. Rund zwei Drittel der Befragten beurteilen den bilateralen Weg mit der EU grundsätzlich positiv. Diese Zustimmung zieht sich auch durch einzelne zentrale Elemente der Zusammenarbeit, insbesondere die Personenfreizügigkeit, die ebenfalls von einer klaren Mehrheit getragen wird.

Grafik mit gestapelten Balken und Legende zu positiven und negativen Bewertungen

«Wie beurteilen Sie insgesamt die aktuellen bilateralen Verträge der Schweiz mit der EU?»

Quelle: Sotomo, Juni 2026

Mehrheit will Stabilisierung und Weiterentwicklung der Bilateralen

Auch eine Stabilisierung und Weiterentwicklung des bilateralen Wegs mit den Bilateralen III findet eine deutliche Mehrheit von 59 Prozent Zustimmung. Zwei Drittel sprechen sich zudem dafür aus, die Beratungen im Parlament konsequent weiterzuführen.

Grafik zur Erwerbsbeteiligung: Frauen oft teilzeit, Männer häufiger vollzeit.

«Befürworten Sie das aktuelle Personenfreizügigkeitsabkommen der Schweiz mit der EU?» / «Befürworten Sie das Schengen-Abkommen, dem die Schweiz angehört?» / «Befürworten Sie das Dublin-Abkommen, dem die Schweiz angehört?» / «Der Bundesrat hat mit der EU ein Paket an neuen Verträgen ausgehandelt (teilweise als «Bilaterale III» bezeichnet). Das Paket beinhaltet verschiedene Elemente zur Stabilisierung der bestehenden Abkommen sowie neue Abkommen. Befürworten Sie das neue Vertragspaket der Schweiz mit der EU?»

Quelle: Sotomo, Juni 2026

Die Umfrage legt insgesamt nahe, dass die Bevölkerung keinen grundsätzlichen europapolitischen Richtungswechsel wünscht. Gefragt sind vielmehr Kontinuität, Verlässlichkeit und eine pragmatische Weiterentwicklung der Beziehungen zur EU.

Massnahmen in der Asylpolitik zwingend notwendig

Gleichzeitig wird deutlich, dass die Herausforderungen rund um die Zuwanderung von der Bevölkerung durchaus gesehen werden – allerdings mit einem klar anderen Fokus als von der Initiative vorgeschlagen. Die Prioritäten liegen gemäss Umfrage vor allem bei innenpolitischen Massnahmen: eine striktere Umsetzung im Asylbereich, insbesondere bei Ausschaffungen und Einschränkungen, sowie bei der besseren Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotenzials.

Insgesamt zeichnet die Umfrage ein kohärentes Bild: Die Schweizer Stimmbevölkerung steht klar hinter den bilateralen Beziehungen zur EU und unterstützt deren Weiterentwicklung. Gleichzeitig erwartet sie, dass politische Antworten auf die Zuwanderung primär im Inland gefunden werden – pragmatisch, differenziert und ohne den bewährten bilateralen Weg infrage zu stellen.

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