

Freihandel mit Mercosur: Parlament sendet wichtiges Signal für den Wirtschaftsstandort Schweiz
17.09.2026
Auf einen Blick
- economiesuisse begrüsst die Bestätigung des Freihandelsabkommens mit Mercosur durch beide Räte.
- Das Abkommen ist für die Schweizer Exportwirtschaft in geopolitisch stürmischen Zeiten von grosser Bedeutung.
- Die Schweiz muss die Wettbewerbsnachteile gegenüber EU-Konkurrenten rasch beseitigen und den Zugang zu diversifizierten Märkten sicherstellen.
Mit der heutigen Differenzbereinigung durch den Ständerat haben sich beide Parlamentskammern für das Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und den Mercosur-Staaten ausgesprochen. Gestern hatte der Nationalrat einem von der kleinen Kammer erarbeiteten Kompromiss zugestimmt. Die Schlussabstimmung steht noch aus.
economiesuisse begrüsst dieses wichtige Signal des Parlaments ausdrücklich und erwartet, dass die beiden Räte ihren Entscheid am Ende der laufenden Session bestätigen. Nach der bedauerlichen Ablehnung durch den Nationalrat in der ersten Beratung im Juni bekennt sich das Parlament nun klar zu offenen Märkten, Wettbewerbsfähigkeit und verlässlichen Handelsbeziehungen.
Marktzugang sichern, Resilienz stärken
Das Mercosur-Abkommen eröffnet Schweizer Unternehmen bessere Chancen in einem Wachstumsmarkt mit über 270 Millionen Konsumentinnen und Konsumenten. Für über 97 Prozent der Schweizer Exporte werden die Zölle schrittweise gesenkt oder vollständig abgebaut. Dadurch sind jährliche Zolleinsparungen von bis zu 155 Millionen Franken möglich.
Zudem verbessert das Abkommen die Rechtssicherheit, die Investitionsbedingungen und den Schutz des geistigen Eigentums. Insgesamt stärkt das Abkommen die Diversifizierung und Widerstandsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft in einem zunehmend unsicheren internationalen Umfeld.
Doch nicht nur für die Wirtschaft stellt das Abkommen eine klare Verbesserung dar: Es enthält auch verbindliche Verpflichtungen zu Klima-, Wald-, Meeres- und Biodiversitätsschutz sowie zu Arbeitnehmerrechten. Mit dem Abkommen kann die Schweiz künftig einen grösseren Beitrag leisten, die Situation vor Ort zu verbessern. Die Schweiz stärkt damit ihre Rolle als Brückenbauerin und konstruktive Dialogpartnerin.
Die Zeit läuft – rasche Inkraftsetzung zentral
Nun gilt es, das Mercosur-Abkommen möglichst rasch in Kraft zu setzen. Die Europäische Union wendet ihr eigenes Mercosur-Abkommen bereits seit dem 1. Mai 2026 vorläufig an. Unternehmen aus der EU profitieren damit schon heute von besseren Marktzugangsbedingungen, während Schweizer Anbieter preislich und strategisch unter Druck geraten. Die Schweiz muss deshalb rasch nachziehen. Weitere Verzögerungen gilt es zu vermeiden.
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