

Auf einen Blick
- Die Unsicherheit für Schweizer Unternehmen bleibt hoch – eine spürbare Entspannung ist ausgeblieben.
- Der Iran-Konflikt belastet Lieferketten, verteuert Energie und treibt Transportkosten nach oben.
- Regulierung und bürokratische Belastung sind weiterhin eine grosse Herausforderung für die Schweizer Unternehmen.
Die Zeichen für die Schweizer Wirtschaft stehen weiterhin auf Abwarten. Im Vergleich zum letzten Herbst hat sich die Situation für die Unternehmen bislang nicht spürbar verbessert. Insbesondere das internationale Geschäft bleibt anspruchsvoll. Zwar hat sich die Situation mit den USA etwas entschärft, doch die Unsicherheit ist insgesamt weiterhin hoch. Mit der jüngsten Eskalation im Nahen Osten kam Anfang des Jahres ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor hinzu. Für die Unternehmen erschweren diese Voraussetzungen die langfristige Planung erheblich. Die Devise lautet: beobachten, abwarten, und immer wieder rasch auf neue Gegebenheiten reagieren.
Die Problemlage bleibt unverändert
Ein Blick auf die aktuellen Herausforderungen der Unternehmen zeigt, dass das wirtschaftliche Umfeld weiterhin angespannt bleibt. In keinem Bereich hat sich die Situation merklich verbessert. Die zögerlichen Schritte der Schweizer Regierung, die Unternehmen von administrativem Aufwand zu entlasten, zeigen bisher kaum Wirkung. Noch immer beurteilen rund die Hälfte der befragten Unternehmen die Regulierung und die bürokratische Belastung als problematisch. Gleichzeitig bleibt die Absatzsituation im Export angespannt, da auch wichtige Zielmärkte aufgrund globaler Herausforderungen schwächeln. Dies wirkt sich wiederum auf die Nachfrage im Inland aus, die vor allem im B2B-Bereich von Zurückhaltung geprägt ist. Auf dem Arbeitsmarkt ist die Lage konjunkturbedingt entspannter als auch schon. Probleme bei der Rekrutierung gibt es bei spezifischen Berufen, jedoch nicht flächendeckend. Zusätzlich geraten Lieferketten erneut unter Druck: Erste Auswirkungen des Iran-Konflikts zeigen sich beim Bezug von Vorprodukten. Der Energiesektor ist hingegen bislang weniger stark betroffen.
Blockade verteuert Beschaffung, Transport und Energie
Die Eskalation im Iran hat direkte wirtschaftliche Folgen: Vier von fünf befragten Unternehmen in der Schweiz spüren die Folgen des Konflikts im Iran. Die Strasse von Hormus, eine der wichtigsten Öl- und Gasrouten der Welt, ist seit rund drei Monaten blockiert oder nur sehr eingeschränkt passierbar. Durch die Blockade geraten die globalen Lieferketten erneut unter Druck. In einigen Fällen kommt es bereits zu Verzögerungen und Ausfällen bei der Beschaffung.
Noch stärker ins Gewicht fallen aktuell jedoch die Preissteigerungen. Öl, Gas und Kerosin werden knapper und entsprechend teurer. Dies verteuert nicht nur energieintensive Vorprodukte, sondern auch den Transport. Auch der Flugverkehr ist negativ betroffen. Damit steigt nicht nur die Unsicherheit, sondern vor allem auch die Beschaffungskosten für die Unternehmen. Die Kostensteigerungen können aufgrund der schwierigen Absatzsituation derzeit nur bedingt auf die Abnehmer abgewälzt werden.
Weitere Entwicklung bleibt unklar
Zwar sind die Verwerfungen bei den Lieferketten noch weniger gravierend als während der Corona-Pandemie. Dennoch nehmen die Probleme beim Bezug von Vorprodukten weiter zu.
Entscheidend wird sein, wie lange die Einschränkungen in der Strasse von Hormus anhalten. Eine rasche Öffnung könnte die Situation schnell entspannen. Hält die Blockade hingegen an, drohen dauerhaft höhere Transport- und Beschaffungskosten – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Inflation in wichtigen Märkten. Für die Schweizer Wirtschaft bleibt die Lage somit volatil. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich die geopolitischen Spannungen weiter zuspitzen oder allmählich entschärfen.
Die Umfrage wurde von economiesuisse vom 6. - 27. Mai durchgeführt. Teilgenommen haben 454 Organisationen. Die Umfrage deckt alle Landesteile der Schweiz ab. 21 Branchenverbände haben die Umfrage konsolidiert für ihre Branche ausgefüllt. Die Auswertung zeigt ein aktuelles Stimmungsbild der Schweizer Wirtschaft. Die Antworten wurden jeweils nicht gewichtet und die Ergebnisse erheben keinen Anspruch auf Repräsentativität.
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