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Selbstregulierung als Schlüssel für einen wettbewerbsfähigen Finanzplatz

16.04.2026

Auf einen Blick

  • Selbstregulierung stärkt Effizienz, Flexibilität und Innovationskraft im Finanzmarkt.
  • Sie ermöglicht schnellere, praxisnahe Lösungen.
  • Die FinfraG-Revision sollte dieses bewährte Modell sichern, anstatt zu schwächen.

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Die Diskussion um die zukünftige Ausgestaltung der Finanzmarktregulierung in der Schweiz rückt ein bewährtes Erfolgsprinzip ins Zentrum: die Selbstregulierung. Gerade in einem dynamischen und international vernetzten Umfeld erweist sie sich als entscheidender Faktor für Effizienz, Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsstärke.

Selbstregulierung als Erfolgsfaktor im Finanzplatz Schweiz

Selbstregulierung bedeutet, dass Marktteilnehmer innerhalb eines klaren gesetzlichen Rahmens eigene Regeln entwickeln und durchsetzen. Dieses Modell hat sich in der Schweiz über Jahrzehnte hinweg etabliert. Seine Stärken liegen in der Marktnähe, der hohen Flexibilität, der Effizienz durch geringeren bürokratischen Aufwand sowie in der höheren Akzeptanz branchengetragener Regeln.

Sie entspricht dem Subsidiaritätsprinzip, wonach staatliche Eingriffe nur dort erfolgen sollen, wo private Lösungen nicht ausreichen.

Selbstregulierung im Kapitalmarkt

Die Vorteile zeigen sich besonders im Börsenumfeld: Börsengänge sind günstiger, Regeln werden schneller angepasst und basieren auf hoher Fachkompetenz. Gleichzeitig bleibt die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Die Börse reguliert sich dabei weitgehend selbst – unter staatlicher Aufsicht – ein bewährtes und effizientes Modell. Auch über den Kapitalmarkt hinaus bestehen zahlreiche bewährte Formen der Selbstregulierung, etwa branchenweite Standards, Standesregeln oder Governance-Kodizes, die zur Stabilität und Qualität des Wirtschaftsstandorts beitragen.

Selbstregulierung und die FinfraG-Revision

Vor diesem Hintergrund ist die laufende Revision des Finanzmarktinfrastrukturgesetzes (FinfraG) von besonderer Bedeutung. Bewährt hat sich dabei unter anderem die hohe Praxisnähe und damit die selbstregulatorische Festlegung von Handels und Transparenzregeln an veränderte Marktbedingungen. In den Entwürfen vorgeschlagene Änderungen zielen ausgerechnet darauf ab, bestens funktionierende Bereiche diseser bisherigen Selbstregulierung aufzuheben und stattdessen staatliche Aufsicht zu erzwingen. Damit würde ein erfolgreiches und bewährtes System geschwächt. Es macht keinen Sinn, eine funktionierende Selbstregulierung zu ersetzen

Selbstregulierung als strategischer Vorteil

Die Schweiz verfügt heute über ein erfolgreiches Regulierungsmodell, das auf einem ausgewogenen Zusammenspiel von Staat und Markt basiert. Selbstregulierung ist dabei kein Relikt, sondern ein zentraler Standortvorteil.

Eine zukunftsgerichtete Finanzmarktpolitik muss auf die Stärkung – nicht den Abbau – der Selbstregulierung setzen. Die FinfraG-Revision bietet die Chance, dieses Erfolgsmodell zu festigen.

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