

Schweiz und Vietnam: Momentum für engere wirtschaftliche Zusammenarbeit jetzt nutzen
30.01.2026
Auf einen Blick
- Hochrangiges Treffen in Zürich bestätigt die enge und wachsende Partnerschaft zwischen der Schweiz und Vietnam.
- Vietnam gewinnt für Schweizer Unternehmen weiter an Bedeutung als dynamischer Wachstums- und Investitionsstandort in Asien.
- Der rasche Abschluss des Freihandelsabkommens EFTA-Vietnam ist zentral, um Wettbewerbsnachteile abzubauen und neue Investitionen zu ermöglichen.
Unter der Leitung von economiesuisse traf in Zürich eine hochrangige Schweizer Unternehmensdelegation mit einer vietnamesischen Regierungsdelegation zusammen. Angeführt wurde diese vom ständigen Vizepremierminister Vietnams, Nguyen Hoa Binh. Das Treffen unterstrich eindrücklich die enge wirtschaftliche Verflechtung zwischen der Schweiz und Vietnam – und machte zugleich deutlich, welches Potenzial in einer weiteren Vertiefung der Zusammenarbeit liegt.
Vietnam als strategischer Wachstumsmarkt
Vietnam ist mit einem Handelsvolumen von rund CHF 2,5 Milliarden bereits heute der drittwichtigste Handelspartner der Schweiz in der ASEAN-Region. Über 100 Schweizer Unternehmen sind im Land aktiv und schaffen gemeinsam mehr als 17’000 qualifizierte Arbeitsplätze. Viele von ihnen zählen zu den attraktivsten Arbeitgebern vor Ort und leisten einen substanziellen Beitrag zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Vietnams.
Für Schweizer Unternehmen gewinnt Vietnam zunehmend an Bedeutung – sowohl als dynamischer Absatzmarkt wie auch als strategischer Wirtschaftsstandort in Asien. Seit Jahren verzeichnet das Land hohe Wachstumsraten von durchschnittlich über 6 Prozent und spielt als Produktionsstandort eine immer wichtigere Rolle in der globalen Wertschöpfung.
Entsprechend planen zahlreiche Schweizer Firmen, ihre bestehenden Engagements auszubauen oder neue Investitionen zu tätigen. Aktuell belegt die Schweiz Rang 22 unter den ausländischen Direktinvestoren in Vietnam. Das Ausbaupotenzial ist erheblich, insbesondere im Infrastrukturbereich. Auch bei der Entwicklung des kürzlich angekündigten International Financial Centre (IFC) in Ho Chi Minh City und Da Nang eröffnen sich für Schweizer Unternehmen attraktive Perspektiven. In Zürich nutzten die anwesenden Unternehmensvertreter die Gelegenheit, ihre Erwartungen und Ideen für eine zukünftige Zusammenarbeit einzubringen.
Abschluss des Freihandelsabkommens als Schlüssel
Ein zentrales Thema des Austauschs war das bislang ungenutzte Potenzial der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Ein noch engerer Schulterschluss könnte nachhaltige wirtschaftliche, ökologische und soziale Fortschritte in beiden Ländern fördern. Voraussetzung dafür ist jedoch ein entscheidender Schritt: der rasche Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen Vietnam und den EFTA-Staaten, einschliesslich der Schweiz.
Für Schweizer Unternehmen ist dieses Abkommen von zentraler Bedeutung. Derzeit sind sie gegenüber Wettbewerbern aus der EU oder dem Vereinigten Königreich im Nachteil, da beide bereits über Freihandelsabkommen mit Vietnam verfügen. Ein erfolgreicher Abschluss würde den bilateralen Handel stärken und zusätzliche Investitionen begünstigen, gerade vor dem Hintergrund zunehmender protektionistischer Tendenzen weltweit.
Zuversicht nach jahrelangen Verhandlungen
Ermutigend ist der Fortschritt, der im vergangenen November in Da Nang während der 18. Verhandlungsrunde erzielt wurde. Nach mehr als 14 Jahren intensiver Gespräche besteht nun berechtigte Hoffnung, dass die verbleibenden offenen Punkte bald geklärt und ein Durchbruch erreicht werden kann.
Das Treffen in Zürich machte klar: Beide Seiten sind entschlossen, diese Chance zu nutzen und die wirtschaftliche Partnerschaft zwischen der Schweiz und Vietnam auf ein neues Niveau zu heben.
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