

Auf einen Blick
- Die Schweiz liegt in allen Kompetenzbereichen über dem OECD-Durchschnitt, die Leistungen im Lesen und in der Mathematik nehmen aber weiter ab.
- Immer mehr Jugendliche erreichen das Mindestniveau nicht.
- Lesen, Schreiben und Mathematik müssen in der Volksschule verbindlich gestärkt werden.
Die neuen PISA-Ergebnisse, die heute publiziert wurden, zeichnen ein doppeldeutiges Bild: Die 15-Jährigen in der Schweiz schneiden im internationalen Vergleich bei den Schulleistungen zwar weiterhin überdurchschnittlich ab. In Mathematik gehört die Schweiz zur Spitzengruppe. Auch in den Naturwissenschaften und im erstmals erhobenen modellbasierten Problemlösen sind die Resultate positiv. Der langfristige Trend bereitet jedoch nach wie vor Sorgen: Seit 2015 sind die Leistungen im Lesen und in Mathematik deutlich gesunken. Eine Trendumkehr ist nicht in Sicht. In den Naturwissenschaften blieben sie weitgehend stabil (vgl. Abbildung 1).
Abbildung 1 : PISA-Leistungsentwicklung
Besonders alarmierend ist die wachsende Gruppe leistungsschwacher Jugendlicher. Im Lesen erreichen inzwischen rund 29 Prozent, und in Mathematik rund 23 Prozent die Mindestanforderungen nicht. In der Mathematik hat die Schweiz ausserdem signifikant an Spitzenleistung verloren. Während 2015 noch rund 19 Prozent der Jugendlichen in der leistungsstärksten Gruppe war, sind 2025 nur noch rund 15 Prozent in dieser Gruppe.
Der internationale Vergleich darf deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Grundkompetenzen der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler weiter verschlechtern.
Was PISA misst, spüren die Betriebe schon seit längerem
Dieser Befund deckt sich mit den Rückmeldungen aus der Wirtschaft. Eine kürzlich publizierte Umfrage von economiesuisse, dem Schweizerischen Gewerbeverband und dem Schweizerischen Arbeitgeberverband unter rund 2’900 Ausbildungsverantwortlichen zeigt erhebliche Defizite bei den Grundkompetenzen. Die Rekrutierung geeigneter Lernender wird dadurch schwieriger, der Betreuungsaufwand steigt und Fördermassnahmen verursachen zusätzliche Kosten. Rund drei Viertel der Betriebe unterstützen Lernende bereits mit internen und / oder externen Massnahmen. Jedes fünfte Unternehmen gibt an, wegen sinkender Grundkompetenzen weniger Lernende rekrutieren zu wollen.
Grundkompetenzen konsequent stärken
Die Ausbildungsbetriebe übernehmen Verantwortung und investieren erhebliche Ressourcen in die Förderung ihrer Lernenden. Dauerhaft können sie jedoch nicht kompensieren, was am Ende der obligatorischen Schulzeit fehlt. Lesen, Schreiben und Mathematik müssen in der Volksschule wieder konsequent ins Zentrum rücken. Solide Grundkompetenzen beim Übertritt in die Lehre sind eine zentrale Voraussetzung für eine starke duale Berufsbildung und einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort.
Dossierpolitik
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