Gewinnsteuereinnahmen seit 1990 verfünffacht

04.05.2026

Auf einen Blick

  • Wenn der Staat in der Schweiz zu wenig Geld hat, liegt das Problem in der Regel an den Ausgaben, nicht an den Einnahmen. 
  • Die Unternehmen leisten ihren Beitrag: Sie steuern heute einen Rekordbetrag zur Staatsfinanzierung bei. 
  • Auch in Zukunft ist mit wachsenden Steuerbeiträgen zu rechnen, sofern zum Standort Sorge getragen wird. 

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Wer behauptet, Schweizer Unternehmen zahlten immer weniger Steuern, liegt falsch. Der Blick auf die Entwicklung der Einnahmen zeigt das genaue Gegenteil. Nimmt man alle drei Staatsebenen der Schweiz zusammen, ist der Steuerbeitrag, den die Unternehmen direkt leisten (Gewinnsteuer), von 6 Mrd. CHF (1990) auf 27,9 Mrd. CHF (2023) angestiegen. Das ist fast eine Verfünffachung. Wie stark dieses Wachstum ist, zeigt der Vergleich zur Entwicklung der Einnahmen aus der Besteuerung von Privatpersonen (Einkommenssteuer): Dieser Steuerbeitrag hat sich im gleichen Zeitraum lediglich etwas mehr als verdoppelt (Anstieg von 27,6 Mrd. CHF auf 62,7 Mrd. CHF). Insgesamt sind die Einnahmen aus der Unternehmenssteuer doppelt so stark gewachsen wie jene der Einkommenssteuer (siehe Grafik 1).

Steuerreformen haben sich ausbezahlt

Im gleichen Zeitraum hat die Schweiz an der steuerlichen Attraktivität des Unternehmensstandorts gearbeitet. Die Unternehmenssteuerreformen USR I (1998), USR II (2011) und STAF (2020) haben wichtige Verbesserungen gebracht. Die positive Entwicklung der Unternehmenssteuereinnahmen ist auf diese Reformen zurückzuführen. Die Schweiz konnte dank einer wettbewerbsfähigen Steuerpolitik zahlreiche internationale Unternehmen anziehen. Schweizer Unternehmen hat sie ein anhaltend attraktives Steuerumfeld geboten. Das hat sich ausbezahlt, wie sich am Beispiel des Bundes erkennen lässt: zahlten Unternehmen 1990 noch rund halb so viel direkte Bundessteuer wie Privatpersonen, haben die Einnahmen der Gewinnsteuer diejenigen der Einkommenssteuer inzwischen überholt (siehe Grafik 2). Dabei sind grosse Unternehmen für den Schweizer Fiskus besonders wichtig: rund drei Prozent der Firmen – grossmehrheitlich sind es grosse, international tätige Unternehmen – kommen für circa 90 Prozent der Unternehmenssteuereinnahmen auf. Der starke Anstieg der Gewinnsteuereinnahmen des Bundes in der jüngsten Zeit ist ein Sondereffekt, der auf besonders hohe Einnahmen aus Rohwarenhandel in der Folge der Corona-Pandemie zurückzuführen ist. Zusätzlich wurde 2024 mit der Einführung der OECD-Mindestbesteuerung begonnen. Die Mindestbesteuerung von 15 Prozent führt  zu weiter steigenden Steuereinnahmen.

Die Einnahmen sprudeln, die Ausgaben laufen aus dem Ruder

Die starke Entwicklung der Einnahmen aus der Unternehmensbesteuerung steht nicht allein, aber besonders beispielhaft für den Umstand, dass die Schweizer Staatshaushalte und namentlich der Bund kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem haben. Defizite drohen nicht, weil zu wenig eingenommen wird, sondern weil zu viel ausgegeben wird. Ein insgesamt starkes Einnahmenwachstum wird von einem noch viel stärkeren Wachstum der Ausgaben übertroffen. Die Schweiz tut gut daran, ihre Aufgaben dort zu erledigen, wo das Problem besteht: bei den ausufernden, nicht finanzierbaren Ausgaben. Nicht ratsam ist es umgekehrt, am Ast zu sägen, der sprudelnde Einnahmen überhaupt erst möglich macht: an der Standortstärke, zu der ganz zentral ein gutes, attraktives Steuerumfeld gehört.

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