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​​Fakten schlagen Polemik: Der Ständerat spricht sich für mehr klimafreundlichen Strom aus​ 

11.03.2026

Auf einen Blick

  • ​​Der Ständerat befürwortet den indirekten Gegenvorschlag zur «Blackout-Initiative». Die «Chambre de reflexion» beweist damit Faktentreue und Weitsicht.
  • ​Die Versorgungssicherheit ist heute nicht gewährleistet und die Schweiz braucht jede emissionsfreie Kilowattstunde, die sie zukünftig kriegen kann.
  • ​Hierfür benötigen wir alle geeigneten Technologien – auch Kernkraft.​

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​​Mit einem klaren Verdikt von 26 zu 12 Stimmen befürwortet der Ständerat die Aufhebung des Technologieverbots bei der Kernenergie. Damit trifft er einen wichtigen Grundsatzentscheid: Alle technologischen Optionen sollen verfügbar sein, um bis 2050 und darüber hinaus eine sichere, saubere und günstige Stromversorgung zu gewährleisten.  

​Erfreulich ist auch, dass ein Einzelantrag klar abgelehnt wurde, der die neue Technologieoffenheit gerade wieder eingegrenzt hätte. Starre staatliche Vorgaben sind bei einer sich schnell entwickelnden Technologie unangebracht – was zählt ist Versorgungssicherheit, Emissionsfreiheit und Effizienz.

Winterstromproblem muss gelöst werden  

​In der Ratsdebatte wurden die Argumente klar und nüchtern ausgebreitet: Der Ausbau der Erneuerbaren ist zentral, aber die Schweiz muss ihre Strategie diversifizieren, um den wachsenden Strombedarf, die Winterversorgung und den Wegfall der bestehenden KKW langfristig zu kompensieren. Ständerat Jakob Stark sprach davon, alte Gräben zu überwinden und «hinter die Energiestrategie 2050 ein Plus zu setzen». Ständerat Severin Brüngger betonte, eine Kurskorrektur aufgrund der veränderten Ausgangslage sei «kein Gesichtsverlust, sondern ein Zeichen politischer Reife».  Bundesrat Albert Rösti verwies auf die Dimensionen des Winterstromproblems und den langfristige Bedeutung des Gegenvorschlags, um fossile Energie (Gaskraftwerke) und unverhältnismässige Importabhängigkeit zu verhindern.

​EU: Abkehr von der Kernenergie war ein «strategischer Fehler»

Just gestern bezeichnete EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an einer Konferenz in Paris die Abkehr von der Kernenergie als «strategischen Fehler» einzelner europäischer Länder, der die Abhängigkeit von fossiler Energie verstärkt habe. Bereits zuvor hatte die EU KKW als essenzielle Technologie zur Erreichung der Klimaziele bezeichnet. Damit befindet sich die EU in guter Gesellschaft – aktuell sind weltweit rund 200 neue Anlagen in Bau oder in Planung. Mit dem heutigen Ständeratsentscheid nähert sich die Schweiz wieder dem internationalen Konsens an.​

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