Mann im Auto am Steuer
Mehrere Hände zeigen auf Dokumente auf einem Schreibtisch.

Die unterschätzte Bedeutung der Grossunternehmen für den Wirtschaftsstandort

23.06.2026

Auf einen Blick

  • Im Kanton Zürich machen Kleinstunternehmen rund 88 Prozent aller Unternehmen aus – Grossunternehmen hingegen stellen weniger als 1 Prozent.
  • Auf diese kleine Gruppe an Grossunternehmen entfallen rund 39 Prozent der Arbeitsplätze, 42 Prozent der Wertschöpfung und die Hälfte der Gewinnsteuern.
  • Grossunternehmen sind zentrale Treiber der Innovation: Durch enge Kooperationen mit Hochschulen und Forschungsanstalten stärken sie den Wissens und Technologietransfer im gesamten Standort.

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Die Struktur der Schweizer Wirtschaft ist auf den ersten Blick eindeutig: Sie wird von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt. Entscheidend ist jedoch nicht die Anzahl Unternehmen, sondern ihr Beitrag zur Wertschöpfung. Gerade hier zeigen aktuelle Zahlen aus dem Wirtschaftsmonitoring der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich (Link), wie zentral die Rolle der Grossunternehmen tatsächlich ist.

Klein in der Zahl, gross in der Wirkung

Im Kanton Zürich machen Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden rund 88 Prozent aller Unternehmen aus. Grossunternehmen hingegen stellen weniger als 1 Prozent. Dennoch entfallen auf diese kleine Gruppe 39 Prozent der Arbeitsplätze, 42 Prozent der Wertschöpfung und rund die Hälfte der Gewinnsteuern (vgl. Abbildung 1). Diese Diskrepanz zeigt deutlich: Ohne die grossen international tätigen Firmen wäre der Wirtschaftsstandort Zürich nicht das, was er heute ist.

Die Zürcher Grossunternehmen sind zudem überdurchschnittlich produktiv und in besonders wertschöpfungsstarken Branchen tätig. Gleichzeitig fungieren sie als zentrale Knotenpunkte im wirtschaftlichen Netzwerk. Sie unterhalten im Durchschnitt über 300 Zulieferbeziehungen, wobei mehr als 80 Prozent ihrer Partner KMU sind. Damit wird klar: Grossunternehmen und KMU stehen nicht in Konkurrenz, sie stärken sich gegenseitig.

Hinzu kommt ihre zentrale Rolle im Innovationssystem. Gut ein Drittel der Grossunternehmen im Kanton Zürich arbeitet mit Hochschulen zusammen, zudem pflegen sie Kooperationen mit öffentlichen (13 Prozent) und privaten Forschungsanstalten (18 Prozent). Solche Kooperationen sind entscheidend für den Wissens- und Technologietransfer und stärken die Innovationskraft des gesamten Standorts.

Die Stärke des Standorts liegt in seiner Vernetzung

Die Schweiz ist heute hervorragend aufgestellt: Sie vereint eine hohe Dichte an international erfolgreichen Grossunternehmen mit einem breiten, innovativen KMU-Sektor. Diese enge Verflechtung ist ein zentraler Standortvorteil und entspricht genau der Logik moderner Innovationscluster (vgl. dossierpolitik). Innovation und Wachstum entstehen dort, wo Unternehmen, Talente und Kapital in hoher Dichte zusammentreffen.

Wir müssen den Grossunternehmen Sorge tragen

Um diesen Standortvorteil zu sichern, braucht es offene Märkte, stabile Beziehungen zu den wichtigsten Handelspartnern sowie verlässliche Rahmenbedingungen. Ausserdem erfordert ein leistungsfähiger Standort ein effizientes regulatorisches Umfeld. Übermässige Bürokratie belastet Unternehmen aller Grössen, trifft jedoch gerade international tätige Firmen besonders stark, weil sie im globalen Wettbewerb stehen. Der Abbau unnötiger administrativer Hürden ist deshalb für den weiteren Erfolg des Wirtschaftsstandorts zwingend.

Grossunternehmen sind ein tragender Pfeiler unseres Wohlstands. Doch wir dürfen uns nichts vormachen: Sie sind international ausgerichtet und können ihren Standort frei wählen. Wenn die Rahmenbedingungen in der Schweiz an Attraktivität verlieren, werden diese Unternehmen Alternativen prüfen und gegebenenfalls abwandern. Gerade deshalb ist es entscheidend, ihnen Sorge zu tragen. Denn ein starker Wirtschaftsstandort ist die Grundlage für die Prosperität der gesamten Schweiz.

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