

Der Digitalstandort Schweiz braucht intelligente Lösungen anstatt Populismus
08.04.2026
Auf einen Blick
- Der Zugang zu internationaler Spitzentechnologie bleibt zentral für Innovation, sichere Arbeitsplätze und hohe Löhne am Standort Schweiz.
- Resilienz und Souveränität entstehen durch die intelligente Nutzung dieser Spitzentechnologie, nicht durch Abschottung.
- Die Schweiz muss ihre Stärken in die Waagschale werfen und weiterentwickeln: Kompetenz, Diversifikation und smarte Governance.
Die Diskussion um die sogenannte «digitale Souveränität» der Schweiz hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. In einem zunehmend geopolitisch angespannten Umfeld stehen Wirtschaft und Staat vor der Herausforderung, ihre technologische Handlungsfähigkeit zu sichern, ohne dabei die Innovationskraft des offenen Wirtschaftsstandorts zu gefährden. Digitale Wertschöpfungsketten sind global organisiert und der Zugang zu internationaler Spitzentechnologie ist für Forschung, Entwicklung und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zentral.
Ein resilienter und offener Digitalstandort ist zentral
Vor diesem Hintergrund hat economiesuisse in enger Abstimmung mit den Mitgliedern ein Positionspapier zur Resilienz des Digitalstandorts Schweiz und zum Umgang mit digitaler Souveränität erarbeitet. Im Zentrum steht ein realistischdifferenzierter Ansatz: Digitale Souveränität bedeutet nicht Abschottung, sondern die Fähigkeit zur selbstständigen Technologiewahl, Risikokontrolle und Handlungsfähigkeit in kritischen Situationen.
In hochsensiblen staatlichen Kernbereichen – etwa bei sicherheitsrelevanten Verwaltungssystemen oder kritischen Infrastrukturen – kann eine weitgehend inländisch kontrollierte Infrastruktur notwendig sein. In weniger kritischen Bereichen hingegen sichern Offenheit, Wettbewerb und internationale Kooperation die Innovationsfähigkeit und ein gutes PreisLeistungsverhältnis für Wirtschaft und öffentliche Hand. Davon profitieren wir alle in Form von sicheren Arbeitsplätzen, hohen Löhnen und tiefen Steuern.
Diversifikation, Kompetenz und smarte Governance sind die Grundlage
Die Schweizer Wirtschaft spricht sich für einen technologieneutralen Rechtsrahmen sowie für differenzierte, risikobasierte Regulierungsansätze aus. Neue digitale Regulierung soll nur dort geschaffen werden, wo bestehende gesetzliche Grundlagen nicht ausreichen. Über oder Doppelregulierung würde insbesondere KMU und Startups belasten und die Nutzung internationaler Schlüsseltechnologien wie Cloud-Infrastrukturen, KI-Systeme oder Hochleistungsrechenkapazitäten erschweren.
Digitale Technologien sind ein zentraler Produktionsfaktor für alle Branchen. Der Zugang zu den bestmöglichen internationalen Lösungen ist daher entscheidend für die langfristige Innovationsfähigkeit und Attraktivität des Standorts Schweiz. Eine strategische Kombination aus Kompetenzaufbau, klarer Governance und internationaler Zusammenarbeit stärkt die Resilienz des Digitalstandorts wirksam – ohne dessen Offenheit zu gefährden.
Das Positionspapier soll einen Beitrag zu einer differenzierten Diskussion über digitale Souveränität leisten und aufzeigen, wie die Schweiz ihre technologische Spitzenposition durch smarte Governance statt protektionistische Abschottung sichern kann.
Dossierpolitik
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